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v.l.n.r.: Christoph Wiederkehr (Vorsitzender JUNOS/NEOS), Dominik Stracke (Landesobmann Junge ÖVP), Marcus Schober (LAbg. und Gemeinderat SPÖ), Claus Reitan (Journalist, Autor, Moderator), Julian Schmid (Jugendsprecher, Abg.z.NR. DIE GRÜNEN), Maximilian Krauss (Bezirksobmann FPÖ)

Beim Club Tirol Polittalk am 4. Mai lieferten sich junge Wiener Parteivertreter ein spannendes Duell in der Frage um die Zukunft Wiens. Österreichs veraltetes Bildungssystem, bessere Ausbildung der Lehrer und Deutsch als große Chance für einen guten Einstieg in die Berufswelt. Diese und weitere Themen wurden von Claus Reitan, der als sachkundiger Moderator durch den Abend führte, angesprochen und von den Diskussionsteilnehmern behandelt. Ein erfrischend ehrlicher Abend im Hayek-Institut.

Wien. – Beim Club Tirol Polittalk am 4. Mai im Hayek-Institut kamen junge Politiker, im Vorfeld der Wien-Wahl 2015 zu Wort und gingen dabei auf brisante Themen wie Migration, Bildungssystem, Arbeitslosigkeit etc. ein. Durch den Abend führte Club Tirol Mitglied, Buchautor und ehem. Chef-Redakteur der "Tiroler Tageszeitung", „Österreich" und "Die Furche", Claus Reitan. In der Diskussionsrunde mit dabei waren FPÖ Wien Bezirksparteiobmann Maximilian Krauss, Jugendsprecher und Nationalratsabgeordneter der GRÜNEN Julian Schmid, Marcus Schober, Landtagsabgeordneter und Gemeinderat der SPÖ Wien, Dominik Stracke, Landesobmann der Jungen ÖVP und JUNOS Vorsitzender Christoph Wiederkehr von den NEOS.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den CEO der PremiQaMed und Geschäftsführer der Humanocare GMBH Mag. Julian Hadschieff betonte der Präsident des Club Tirol die Wichtigkeit solcher Podiumsdiskussionen besonders mit jungen Politikerinnen und Politikern. Es wurden also ausschließlich junge und innovative Politiker ausgewählt, sich und ihre Pläne für die Stadt Wien zu präsentieren, was beim Publikum auf großes Interesse stieß. Nicht zuletzt durch die spannende Fragestellung des Moderators Claus Reitan gelang es den Club Tirol Mitgliedern eine aufschlussreiche und kurzweilige Podiumsdiskussion mit vielen interessanten Inhalten zu bieten.

Österreichs Bildungssystem und eine lähmende Bürokratie

„10.000 Menschen verlassen pro Jahr Österreichs Bildungssystem ohne Abschluss bzw. Berufskunde. Was ist Ihrer Meinung nach zu tun?" Auf diese und andere Fragen hatten die jungen Kandidaten ganz klare und schlüssige Antworten. Julian Schmid von den GRÜNEN: „Das Problem liegt im veralteten Schulsystem. Dieses hat sich seit über 30 Jahren kaum verändert. Eine bessere Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer könnte hier der richtige Ansatz sein." Maximilian Krauss von der FPÖ meinte dazu: „Jeder Dritte 15-Jährige kann nach neun Jahren Schule kaum ordentlich schreiben oder lesen. Das ist eines der Probleme, die durch einen besseren Deutschunterricht gelöst werden könnten." Der Landesobmann der Jungen ÖVP Dominik Stracke bestätigte: „Wir haben heute das Problem, dass Migranten der zweiten ja sogar der dritten Generation der Deutschen und ihrer eigenen Muttersprache nicht in Wort und Schrift mächtig sind. Dies vermindert ihre Chancen auf eine gute Ausbildung, die ja nötig ist, um später in der Gesellschaft bestehen zu können."

Ein weiteres Thema, das angeregt debattiert wurde, war die Bürokratie, die fast überall herrscht. Vorsitzender der JUNOS Christoph Wiederkehr von den NEOS erwähnte die mangelnde Qualität der österreichischen Pflichtschulen: „Die Qualität unserer Pflichtschulen müsste erheblich gesteigert werden. Die dadurch steigenden Chancen der Jungen in der Berufswelt würden sich direkt auf die Wirtschaft auswirken." Weiter hielt er fest: „Wenn man es schaffen könnte diese lähmende Bürokratie aufzuheben, wären Jungunternehmer in der Lage mehr Arbeitsplätze schaffen." Auf den immer wiederkehrenden Vorwurf, dass Wien teilweise ein Ghetto sei, konterte Landtagsabgeordneter der SPÖ Marcus Schober: „Wien ist eine Zuwanderungsstadt und das im positiven Sinn. Ohne die Zuwanderung, die übrigens aus allen Richtungen Europas erfolgt, könnte Wien sich nicht als eine der lebenswertesten Städte Europas bezeichnen. Dass jemand trotz der stetig wachsenden Lebensqualität in Wien von Ghetto spricht, entspricht absolut nicht der Realität."

In der anschließenden Fragerunde wurden mehrmals die Aufgeschlossenheit und die lösungsorientierte Herangehensweise an Problemen durch die jungen Politiker betont und wertgeschätzt. Man würde sich mehr Offenheit und Kompromissbereitschaft innerhalb aber auch zwischen den Parteien wünschen. Dass das möglich und vor allem von Vorteil ist, bewiesen die fünf Diskussionsteilnehmer bei dieser Podiumsdiskussion, die dem Publikum einen Einblick in eine mögliche Zukunft der Stadt Wien ermöglicht hat.

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